Mittwoch, 5. November 2014

Auch Anzeigenblätter gehören zu den Printmedien...

... doch im Gegenteil zu den Tageszeitungen erfreuen sie sich seit über 10 Jahren über stabile und sogar wachsende Auflagen. So vertreiben im Jahr 2014 noch 458 Verlage über 1400 verschiedene Titel des angeblich veraltetem Mediums.


Was sind Anzeigenblätter?
Anzeigen- oder auch Wochenblätter sind kostenlose, mindestens wöchentlich und in regelmäßigen Abständen erscheinende Presseerzeugnisse, welche, regional begrenzt, flächendeckend an alle Haushalte verteilt werden.
Neben den namengebenden Anzeigen enthalten sie zu etwa 30 - 40% ebenfalls einen auch redaktionellen Teil. Dieser enthält meistens Verbrauchertipps, informiert über kommende Ereigenisse und Veranstaltungen, aber berichtet auch über (über-)regionale Ereignisse der Woche.

Wieso erfreuen sie sich solcher Beliebtheit bei Werbenden?
Einer der Hauptgründe seine Anzeige in einem dieser Blätter zu schalten liegt in den Auflagen dieser Blätter. Mit Auflagen zwischen 10.000 bis hin zu 800.000 Exemplaren pro Titel ist es wesentlich effektiver flächendeckend seine Werbung zu schalten, als etwa mit Tageszeitungen oder Magazinen.


Wer wissen möchte in welcher Region er am effektivsten seine Anzeige schalten könne, der findet beim Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter eine Vielzahl informativer Statistiken über aktuelle Entwicklungen des Anzeigenblatt-Marktes.

Print-Zeitung: vom Statussymbol zum Schnee von gestern?


(Zeitungen in der Krise, Medienwandel und Internet)

Ein Artikel über die Geschichte der Zeitung und ihre heutigen Probleme, geschrieben von einem Wirtschaftsjournalisten, der selbst der Meinung ist, die Sache nicht objektiv betrachten zu können.


Hingegen der üblichen Erwartung, das Internet habe die Zeitung in ihre heutige Lage gebracht, beschreibt der Autor den Zenit des Zeitungsgeschäfts auf die 1980er Jahre. Nachdem Zeitungen Anfang des 20. Jahrhunderts ein Statussymbol darstellten und Lesen nun im Großteil der Gesellschaft angekommen war, hatten die Verlage keine Probleme ihr Produkt an den Mann zu bringen.

(Quelle: FAZ)

Als besonders wird die Situation nach Ende des zweiten Weltkrieges genannt, da in diesem Zeitraum Lizenzen von den Besatzungsmächten in Deutschland an wenige ausgegeben wurden, denen es damit gestattet wurde zu drucken (z.B. Axel Springer). Dies und die anschließende regionale Monopolbildung nach Aufweichung der Lizenzgesetze, machte es den Zeitungen ziemlich einfach genug Geld durch Werbeanzeigen einzustreichen (keine Sparkasse könne die Lokalzeitung ignoriert haben, wenn sie im Dorf wahrgenommen werden wollte).

(Quelle: FAZ)

Alle Informationen liefen über die Presse, dann kam TV und Satellit und schließlich das Internet.
Wohnungsmärkte, Beileidsbekundungen, Kontaktanzeigen, Jobangebote... für all dies würde nun keine Zeitung mehr zur Kommunikation nötig sein. Und diese steige. Der Medienkonsum sei so hoch wie nie zuvor.



Desweiteren habe der Nutzer die Möglichkeit sich genau das herauszusuchen was ihn interessiere, so dass Online-Angebote stark von den altbekannten Druckinhalten abweichten. Nun hätten auch Firmen ihre eigenen Magazine und machten so auf ihre Marken aufmerksam.

Die Verbindung zwischen Leser und Journalist ist so direkt wie nie zuvor. Denn jeder Leser kann heute individuell bestimmen für wen und was er wieviel Geld bezahle - weshalb Crowdfunding Projekte und Gemeinnützige Vereine von Journalisten immer häufiger entstehen würden.




Beispiel des Autors:
krautreporter.de





                                                  

Link zum Original-Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/zeitungen-in-der-krise-medienwandel-und-internet-13089556.html

Diagnose: Fehldiagnose!



Michael Haller, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung (IPJ) in Leipzig, stellt in seinem Artikel die These auf, dass es für die Zeitungskrise keine ganzheitliche und objektive Diagnose gibt. Daher räumt er mit Vorurteilen auf, um die wahren Hintergründe des Reichweitenschwundes deutscher Tageszeitungen aufzudecken:


1. Das Internet brachte nicht die Krise
2. Leser wollen kurze Berichte und keine überzogene Lokalisierung
3. Leser wollen gute Recherche, versierte Gatekeeper und fundierte Meinungen


"In dieser kompliziert gewordenen Mediengesellschaft braucht es, um die Kultur der Mediennutzung zu verstehen und mitzugestalten, zunächst einmal solides Medienwissen. Und lästigerweise auch Methodenkenntnisse.
Viele Blattmacher reden derzeit viel über Lesernähe; doch verstanden haben sie ihr Publikum bislang nicht..."

Wie viel Zeitung erreicht wie viele Menschen: Auflage und Reichweite

Die Auflage einer Zeitung ist die Stückzahl, die gedruckt wird.
Denkbar einfach. Aber... gehören Fehldrucke zur Auflage dazu? Wie sieht es mit Rest-/Archiv-/Belegexemplaren aus? Macht es einen Unterschied, ob die Zeitung verkauft oder verschenkt wird?
Offensichtlich erreichen also nicht alle Exemplare ihre Zielgruppe. Den Herausgeber interessiert dabei durchaus die Zahl der Konsumenten, die letztendlich das Produkt in den Händen hält - alles eine Frage der Reichweite.

Die Begriffe Auflage und Reichweite zu definieren, erweist sich schwieriger als gedacht.
Rede und Antwort steht das Medien-Lexikon: "Das ABC der Medienwelt".


Ist Printwerbung noch immer aktuell?

Das Internet führt zu Veränderungen in vielen Bereichen - auch der Werbung!

Kriterien zur Auswahl von Werbemedien:


- Zielgruppe des Mediums (z.B.: Altersstruktur)
- Ziel der Werbung

Vorteile von Printwerbung:

- kann auch dann konsumiert werden, wenn kein Internet zur Verfügung steht
- Printprodukte besitzen eine andere Haptik
- Verbraucher empfinden gedruckte Exemplare als glaubhafter
- im Internet kann sich der Verbraucher nicht sicher sein, dass er alle wichtigen Informationen erfasst hat
- Beim Printprodukt werden auch Informationen wahrgenommen, die nicht gezielt gesucht wurden

Wie bleibt die LVZ interessant?


Digitale Zusatzangebote mit der neuen Magixx-App. Die LVZ bietet von sofort an etwas Neues: Augmented Reality (AR), zu deutsch: Erweiterte Realität. 

Weitere Informationen unter: 
http://www.lvz-online.de/ratgeber/karriere/printwerbung-noch-immer-aktuell/r-karriere-a-178011.html

http://www.lvz-online.de/nachrichten/aktuell_themen/die-lvz-wird-noch-lebendiger-digitale-zusatzangebote-mit-der-neuen-magix-app/r-aktuell_themen-a-255012.html

Neuer Trend: Paid Content

Nach Angaben der BDVZ stellen immer mehr Verlage ihr Online-Angebot auf eine Paid Content (bezahlter Inhalt) Version um. "Die Menschen sind bereit, auch in der Digitalwelt für gute journalistische Inhalte zu bezahlen."


Paid Content in Zahlen
  • 2/3 der Verlage haben Online-Abo
  • Durchschnittspreis pro Monat: 8€
  • 60% bieten Tagespass an (Ø 1,10€)
  • 5% der Verlage bieten einzelne kostenpflichtige Artikel an
  • Durchschnittspreis pro Artikel 0,03€ - 0,30€
  • Digitalabo inkl. Online-Zugang und E-Paper: Ø 19,30€
Paid Content Modelle
  1. Freemium                 (71% der Zeitungen)
  2. Metered                    (23% der Zeitungen)
  3. Artikel gegen Entgelt   (5% der Zeitungen)
  4. Freiwillige Bezahlung   (1% der Zeitungen)
Hier geht es zu einer Liste der Paid Content nutzenden Zeitungen.

Wie finanzieren sich eigentlich Zeitungen?

Wird die klassische Tageszeitung irgendwann vollständig wegen unzureichender Finanzierung "aussterben"? Mit diesem Thema beschäftigen sich zur Zeit viele Verlage...




Früher wurden Zeitungen ausschließlich durch Werbeanzeigen wie Kleinanzeigen, Anzeigen lokaler Unternehmen und Immobilien/KFZ-Handel und Verkaufserlösen finanziert.

Durch das mittlerweile Multimediale Zeitalter des Internets bleiben viele dieser Finanzierungsmöglichkeiten aus, da immer weniger Menschen zur klassischen Papierzeitung greifen und bereit sind dafür etwas zu bezahlen. Beispielsweise ist der Immobilien und Gebrauchtwagen-KFZ-Markt im Internet auch zu einer bemerkbaren Konkurrenz geworden.

Die Zeitungen werden dazu gezwungen sich alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. Rundfunk, kostenpflichtige-Apps, Stiftungen & Sponsoring zu suchen...

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.


Wem gehört die LVZ ?

Die Leipziger Volkszeitung gehört seit dem 5. Februar 2009 zu 100 Prozent zur "Madsack" Gruppe aus Hannover.
Die SPD ist über ihre Medienholding "Deutsche Druck - und Verlagsgesellschaft" ("dd_vg") mit 20,4% an der "Madsack" Gruppe beteiligt.
Die LVZ erscheint in der nord  - und mittelsächsischen Region um die Messestadt Leipzig und im Nordteil des thüringischen Landkreises Altenburger Land.
Teilweise erscheint sie, wie in Döbeln oder Altenburg, unter eigenem Namen, teilweise trägt sie den Namen der Lokalausgabe im Untertitel.
Seit 1999 arbeitet die Redaktion der LVZ in einem neuen Gebäude am Leipziger Peterssteinweg 19.


Sparmaßnahmen bei der LVZ

Die Auflage der LVZ ist in den letzten sechs Jahren um 17% geschrumpft und das wirkt sich auf die Arbeitsplätze aus. Die 140 besetzten Stellen sollen auf 90 minimiert werden, und Inhalte werden vermehrt aus Hannover bezogen, dabei wollte die Lokalzeitung einst "die Stimme des Ostens" sein.
Wie heikel die Situation wirklich ist kann man in dem Artikel des MDR lesen.



Über Aktionen und Entwicklungen auf Arbeitgeber- und Angestelltenseite berichtet seit 2010 der Blog Zeitungslandschaften im Umbruch. Dort findet sich auch eine ausführliche Mitteilung des LVZ-Betriebsrats über die Ergebnisse wochenlanger, mühsamer Verhandlungen. Dabei ging es u.a. um einen Sozialplan zur Abfederung der Belastung der Gekündigten. Einige Kündigungen konnten sogar verhindert werden.

2034 das Ende der gedruckten Tageszeitung


Die letzten 20 Jahre zeigen einen Trend, die Auflagezahlen machen es deutlich.



Bleibt dieser Trend erhalten, werden 2034 die Zeitungspressen stillstehen.
Die Randbedingungen zu dieser Entwicklung können sicherlich noch großen Einfluss auf den Verlauf nehmen.
Klaus Meier begrüßt äh Entschuldignug beschreibt, in seinem Artikel, das absehbare Ende, der Papier verschwendenden alten Tageszeitungen.
Sein Fazit lautet: 
"Es lebe der Journalismus, aber wie lange noch täglich gedruckt – das wissen wir nicht."

Wieviel Zeitungen gibt es in Deutschland?

"Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Land mit einer Regierung, aber ohne Zeitung, und einem Land mit Zeitung, aber ohne Regierung, dann würde ich mich für das Land ohne Regierung entscheiden."
- Thomas Jefferson

Schon damals maß Jefferson der Zeitung einen hohen Stellenwert zu, aber wie sieht die Situation heute aus und vor allem für Deutschland?
Fakt ist, Deutschland ist der größte Zeitungsmarkt Europas und der fünftgrößte der Welt. An einem Tag werden 17,54 Millionen Tageszeitungen sowie rund fünf Millionen Wochen- und Sonntagszeitungen verkauft, aber gibt es da noch mehr?
In seinem aktuellen Jahrbuch zeigt der BDZV die Facetten der deutschen Zeitungslandschaft:


Link: BDZV - Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten 2014