Samstag, 31. Januar 2015

Heute schon zu Wort gekommen? - Die Vox-Pop im Radio

Die Vox-Pop ist wohl die einzige Möglichkeit den „kleinen Mann“ aka „der Hörer seines Lieblingssenders“ einmal zu Wort kommen zu lassen. Und Diese nutzt sowohl er, als auch der Sender, gern.

Es eignen sich eigentlich fast alle Themen, solange diese die Leute auf der Straße auch interessieren oder besser noch bewegen.

Viele Radiosender nutzen die Chance der Überraschung und der offensichtlichen Unvorbereitetheit aber auch gern, um ihre Hörer ein klein wenig durch den Kakao zu ziehen. In solchen Gag-Umfragen werden Fragen gestellt auf die man vielleicht nicht so schnell eine Antwort findet.

Ich habe euch auch so ein kleines Schmankerl des modernen Radios rausgesucht.

Es handelt sich um die „Pisa-Polizei“, welche täglich auf Streife ist um den Zuhörern ein Bild von den Bildungszuständen in Norddeutschland zu zeichnen. Nicht ganz ernst gemeint, versteht sich.

Hören kann man das täglich auf N-Joy.

Bei dieser Version handelt es sich zwar um einen Podcast, aber das wird genauso auch im Radio gesendet.

Viel Spaß!

http://www.n-joy.de/Medien,audio231106.html

Von Tomko Settgast

Montag, 19. Januar 2015

Multimediales Storrytelling - Killing Kennedy




Eines, wie ich finde, der besten Beispiele für Multimediales Storytelling des amerikanischen Magazins „National Geographic“.Im Zusammenhang mit dem gleichnamigen amerikanischen Fernsehfilm wird auf  beeindruckende Weise die Vorgeschichte, sowie die Tat selbst, aus Sicht der beiden Protagonisten, gegenübergestellt. Hierbei wird die Grenze aktueller Browser-Technologie ausgelotet und in verschiedenen Ebenen Hintergrundinformationen, Bild und Videomaterial zur Verfügung gestellt.

Mehr möchte ich nicht verraten.........Seht selbst…….Killing Kennedy

Multimediales Storytelling - Das Ihme-Zentrum


Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (Madsack Medien Gruppe) hat im Jahr 2014 eine Geschichte über das umstrittene in Hannover gelegene Ihme-Zentrum verfasst.

Die Journalisten recherchierten die Geschichte des Gebäudekomplexes sowie Meinungen von Befürwortern und Kritikern und fassten diese in einer multimedialen Digitalfassung zusammen. Um die Leser an die Story zu fesseln wurden verschiedene Medienarten eingesetzt:





·       Videos und Bewegtbilder wurden zum einen zur Veranschaulichung der aktuellen Situation des Gebäudes aber auch in Form von Interviews mit Bewohnern eingesetzt.

·       Bilder und Grafiken dienen zur Verdeutlichung von Zahlen und Fakten sowie der Darstellung des mittlerweile heruntergekommenen Gebäudes.

·       Audio-Mitschnitte liefern Informationen über Meinungen von Bürgern und Bewohnern.

·       Texte verdeutlichen die Wertigkeit des Gebäudekomplexes für die Stadt Hannover, liefern aber auch Hintergrundinformationen über die Geschichte des Zentrums.
Hier geht es zur multimedialen Geschichte des Ihme-Zentrums.

Multimediales Storytelling - Prison Valley

Eine Stadt. 13 Gefängnisse. 36000 Häftlinge.

Die spannende Online-Dokumentation "Prison Valley" von Arte befasst sich mit der, ja etwas finsteren Geschichte, der US-amerikanischen Stadt Canyon City im Bundesstaat Colorado. Auf einer spannenden Reise durch die Kleinstadt und die umliegenden Strafvollzugsanstalten erfährt der Besucher was es heißt, von von 36000 Häftlingen quasi umzingelt zu sein und erhält einen nie zuvor dagewesenen Einblick hinter die Mauern des amerikanischen Strafvollzug und die dahinter steckende Industrie.


Bei dieser interaktiven Dokumentation liegt das Hauptaugenmerk auf dem in sich gestückelten Dokumentarfilm, der die wichtigsten Information enthält.Doch je nach Wunsch kann der User den gradlinigen Pfad des Films verlassen und so zusätzliche Informationen erhalten und mehr Hintergrundwissen aneignen. Die Präsentation stellt Interviews in Form von Text und Audios bereit, die die verschiedenen Blickwinkel auf das Leben im "Tal der Gefangenen" beleuchten. Auch die Geschichte des Tals wird in multimedialer Form aufbereitet und dem User zur Verfügung gestellt. Doch die Fülle an Informationen erschlägt den User nie, da er jederzeit entscheiden kann, wie tief er in die Ereignisse einsteigen will. Auch die Interaktion mit Personen des Films und anderen Usern ist perfekt eingebaut.

Doch ich will nicht zu viel verraten, macht euch auf, erkundet selbst das Prison Valley!



Henner Baberowsky

Mutlimediales Storytelling - Snow Fall

Wenn es um Multimediales Storytelling geht, dann ist Snow Fall wohl der Vorreiter schlechthin.
Erzählt wird über eine Gruppe Skifahrer, die 2012 eine riskante Abfahrt absolvierten und dabei in ein schweres Unglück geraten sind.
Das besondere an der Geschichte?
Der Text wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dazu kommt, dass verschiedene Grafiken, Fotos sowie Video- und Audiosequenzen in de Geschichte mit eingebettet worden.

Durch die Möglichkeit als Nutzer selber darüber zu entscheiden, welche Medien ich nutzen möchte, macht das lesen und verfolgen der Geschichte mehr Spaß und weckt das Interesse immer weiter. 
Zu viel verraten möchte ich aber nicht, man soll Snow Fall selber entdecken.





Julia Rudel

Sonntag, 18. Januar 2015

Datenjournalismus

Don't panic,
the world might not be as bad as you might believe!

Für die Dauer von einer Stunde werden den Zuschauern dieser Dokumentation eine Vielzahl von Fakten und Daten über die Veränderung der Lebensbedingungen der weltweiten Bevölkerung berichtet. Die Visualisierung basiert dabei auf originalen Daten und Grafiken von Gapminders und soll dazu dienen, eine ignorante Weltanschauung in der UK mit Hilfe von Fakten zu bekämpfen.
Mit Multimedialen Möglichkeiten und einer begeisterten und mitreißender Darstellungsweise werden dabei die verwendeten Fakten so visualisiert,dass es die Zuschauer direkt anspricht und ist ein Beispiel für ein Datenjournalismus mit einem guten Storytelling.

_________________________________________________________________________________

CartoDB ist eine Software um Datensätze auf einer Karte zu visualisieren.CartoDB verfügt über viele Funktionen wie z.B. einer Twittervisualisierung oder Animationen. Das Tool ist als Open Source Version mit eingeschränkten Funktionen, aber auch kostenpflichtig verfügbar.
In der Garllery kann man sich einige interessante Anwendungsbeispiele ansehen.
_________________________________________________________________________________

Infogr.am ist eine kostenfreie Seite auf der man sehr schnell, wie ich finde, auch sehr schöne Infografiken erstellen kann. Wenn man sich angemeldet hat, hat man Zugriff auf viele verschiedene Designvorlagen für Infografiken oder einfache Grafiken die man dann Individuell gestalten kann. Für weitere Funktionen wie z.B. einfügen von Karten, Speichern der Grafiken (PNG, PDF) oder einbetten von Real-Time-Data fallen allerdings monatliche Kosten an.

Hier eine von mir erstelle Beispielgrafik mit fiktiven Daten:



_________________________________________________________________________________

Deutschland - Wie wir leben 
Eine dreiteilige Doku von der Sendung "Terra X" im ZDF. Man folgt einer fiktiven Familie namens "Müller" durch ihr leben und erfährt so alles über den deutschen Durchschnitt.

Prinzessin des deutschen Schlagers



"Atemlos" - das sind wahrscheinlich viele Männer, wenn sie Helene Fischer auf der Bühne performen sehen. Ein Ohrwurm, den keiner so schnell los wird!
Sie ist eine facettenreiche Frau - jung, dynamisch und talentiert. So verzaubert sie mittlerweile Jung und Alt und füllt ganze Stadien auf ihren Tourneen.



Warum und wie sie so erfolgreich geworden ist, erfahren Sie HIER!

Wohltäter oder kritisierter Softwaregründer?


Er ist Visionär, Geschäftsmann und Microsoftgründer - aber vor allem eine umstrittene Persönlichkeit. Bill Gates gibt sich als Chef von Microsoft entschlossen und mächtig und verschafft sich so bei seinen Angestellten großen Respekt.
Doch wie tickt der reichste Mann der Welt, wenn er nicht gerade die Welt durch eine bahnbrechende Idee verändert?
Doch die Frage, die Vielen unter den Nägeln brennt ist doch, wie er es geschafft hat von einem Nobody zu einem weltweit berühmten und erfolgreichen Unternehmer zu werden und wie seine Pläne jetzt aussehen, wo er doch
augenscheinlich alles erreicht hat?

- ein Porträt rund um Bill Gates!

Der Nachruf einer Schlagerlegende

Eine Eilmeldung, die viele Menschen schockt - Udo Jürgens ist tot.
Der Schlagersänger brillierte kürzlich noch bei seiner Jubiläumsfeier zum 80. Geburtstag und brachte, ohne es zu wissen, die Herzen der Zuschauer zum letzten Mal zum Schmelzen.
"Warum nur warum muss alles vergehen" singt die Schlagerlegende in einem seiner über 1.000 selbst komponierten Lieder.
Das fragen sich auch viele Fans und Bewunderer, was die Medienwelt motivierte sein Leben noch einmal zu reflektieren.

Hier noch einmal "Merci" sagen!


Mittwoch, 14. Januar 2015

Radio Blau und die Finanzierung eines nichtkommerzielles Radioprojekts



Radio Blau ist vielen Leipzigern ein Begriff. Der Sender versteht sich als "freies Radio". Das bedeutet, dass engagierte Menschen die Möglichkeit haben die lokale Radiolandschaft aktiv zu gestalten. Mit einem nicht zu unterschätzenden zeitlichen Einsatz ist es möglich ein eigenes Programm zu erstellen, gänzlich ungezwungen von äußeren Einflüssen- mit Themen die interessieren. Das Ganze geschieht abseits des altbekannten ´guten Morgen Trallala und gleich kommt Werbung mit ein wenig Musik und zwischendurch eine dpa- Meldung der privaten Sender. Es werden Themen aufgegriffen, die regional wie überregional brennen. Das ganze geschieht nahezu ungefiltert und unzensiert, dabei wird natürlich Wert auf die eigene Vernunft und Ethik gelegt.
Allerdings benötigt der Sendebetrieb und die Infrastruktur eine Menge an finanziellen Resourcen. 2009 wurde die Kooperationsvereinbarung mit Apollo Radio gekündigt. Apollo Radio hatte bis dahin die Sende- und Leitungskosten für die drei nichtkommerziellen sächsischen Radiosender (Radio Blau- Leipzig, Radio t- Chemnitz und Coloradio- Dresden) in Höhe von 40000 € übernommen. Nun kann man sich vorstellen, wie sich die Lage der freien Radiosender entwickelt hat. Radio Blau finanziert sich nunmehr fast ausschließlich durch Nutzungs- und Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring aber auch durch Einnahmen aus Merchandise- Artikeln sowie Soli- Veranstaltungen werden für die Betreibung des Senders verwendet. Finanziert werde muss Miete, Telefon- und Internetkosten, Leitungs- und Sendekosten, Strom, Bürobedarf, Instandhaltung der Sendetechnik und noch einiges mehr. Allerdings reichen die Einnahmen nicht aus und die Radiomacher bewegen sich kontinuierlich an der Grenze des machbaren. Ein neuer Ansatz ist der Versuch Energiekosten durch die Nutzung modernerer Technik zu reduzieren. Die Anschaffungen sind wiederum nicht ohne Unterstützung möglich und man versucht die nötigen Mittel über ein Crowdfunding Projekt zu sammeln. Die Leser dieses Blogeintrages sind herzlich dazu eingeladen sich daran zu beteiligen!


Campus Records - Das studentische Hochschullabel der HTWK Leipzig

Von der Planung, Organisation und Produktion eines Albums, dessen Vermarktung und dem Klären der juristischen Fragen, über kleinere Audioprojekte bis hin zur Filmvertonung bietet Campus Records all denen eine Anlaufstelle, die gerne einen Einblick in diese Audiowelt wagen wollen. Schon für HTWK-Erstis ist es möglich, mit einzusteigen und kreative Ideen einzubringen. Man sollte natürlich nicht davor zurückschrecken, dass anfangs einiges an Zeit investiert werden muss, um alle organisatorischen Abläufe sowie die Verwendung der technischen Geräte zu verstehen. Sobald man das geschafft hat, kann es ans Umsetzen der Ideen gehen. Campus Records hat seit Neuestem auch einen Podcast im Angebot. Wenn du also Interesse hast, und motiviert bist, melde dich bei Campus Records! ← Mehr Infos

Als Hörbeispiel der hauseigene Oh!-Ton Podcast auf Soundclound.

Ipod + Broadcast = Podcast = Radio?



Ein tragbarer Mp3-Player (iPod) und der Wunsch Tonbeiträge über das Internet zu verteilen (eng. to broadcast): Und schon hatten Adam Curry und David Winer den Podcast erfunden.
Podcasts, dabei dreht es sich um das Bereitstellen und Veröffentlichen von Audiobeiträgen, die Nutzer sich unter Verwendung von RSS-Feeds herunterladen und anhören können.
Eine genauere Definition des Begriffs Podcast , grundlegende technische Infos, was Wortneuschöpfungen wie Podcaster, Podcatcher und Podder bedeuten und ob Podcast und Radio nun das Selbe sind, klärt die Website ITWissen.info.

Ein bisschen was übers Deutschlandradio

1994 entstand aus RIAS Berlin, dem Deutschlandsender Kultur und dem von der damaligen BRD getragenen Deutschlandfunk das Deutschlandradio als erstes deutsches, im ganzen Land empfangbares Radioprogramm. Es besteht heute aus den drei Sendern Deutschlandfunk, mit hohem Wort- und Nachrichtenanteil und Funkhaus in Köln, dem Deutschlandradio Kultur mit Sitz in Berlin und DRadio Wissen, auch in Köln ansässig, der sich an eine jüngere Hörerschaft richtet.
Das Deutschlandradio wird komplett aus dem Rundfunkbeitrag finanziert. Von diesen 17,53 € erhält er 46 Cent, wobei 1 Cent jährlich ungefähr 4,15 Millionen Euro entspricht. Eine transparente Übersicht, wie das Deutschlandradio seinen Anteil verwendet, findet sich hier.

Die Organisation (ersichtlich aus dem offiziellen Organigramm) ist unterteilt in die großen Funkhäuser in Köln und Berlin, wobei sowohl der DLF als auch Deutschlandradio Kultur jeweils eine Hauptabteilung Kultur und eine "HA" Politik besitzen. Senderübergreifend steht die Programmdirektion, die wiederum einem Intendanten untersteht. Hörfunk- und Verwaltungsrat nehmen ebenfalls führende Positionen ein. Auch die betriebliche und technische Verwaltung ist für alle Sender zentral organisiert.

Das Deutschlandradio hat eigene Korrespondenten in europäischen Hauptstädten, und kann darüber hinaus das Auslandskorrespondentennetz der ARD nutzen, ist daran außerdem auch finanziell beteiligt.

Das Deutschlandradio schreibt über sich selbst, dass es "schon am frühen Morgen 47 Prozent der Journalisten, 24 Prozent aller Politiker und 13 Prozent der deutschen Wirtschaftsmanager" in seiner Hörerschaft hat. Deutschlandradio Kultur berichtet hochspezialisiert über Kulturbereiche von alt bis neu und nah bis fern, und hat seine Zielgruppe darum auch in allen am Kulturbetrieb Beteiligten bzw. Interessierten. Dradio Wissen richtet sich, wie gesagt, in seiner etwas unkomplizierteren, teilweise betont jugendlichen Aufmachung der Information eher an ein Publikum im Schulalter.

Weitere ausführliche Informationen zu den Sendern des Deutschlandradios finden sich z.B. in diesem 2012 veröffentlichten Bericht über programmliche Leistungen und Perspektiven und in der Leistungsbilanz, veröffentlicht 2014 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums.





Die sechs Thesen des Marcus E.

Auf den "Tutzinger Radiotagen 2012" präsentierte detektor.fm-Chefredakteur Marcus Engert folgende Thesen zur Zukunft des (Online-)Radios:

Das klassische Radio wird in Zukunft eine Option unter vielen sein. Die Suche nach Webradio-Inhalten wird gerade unter größeren Bevölkerungsschichten zunehmen.

Hörer konsumieren schon lange nicht mehr in Gruppen, die Kommunikation über das Gehörte ist nachgelagert und über digitale Medien. Möglicherweise wird sich hier eine bewusstere Entscheidung für das Programm entwickeln.

Die Macher des Radios werden ihre Aufgaben erklären müssen: „Cover what you do best – link the rest.“

Musik wird in immer individuellen Playlisten angelegt, aber um die Emotionen nicht zu verlieren, ist der Dialog immer noch notwendig. Radiomoderatoren werden vom Home-Office aus arbeiten, und eine Vielfalt von Musikchannels bedienen.

Der Inhalt wird immer mehr verflachen, den aufgrund schnellerer Informationswege sterben Lokalradiosender ab, größere regionale Senderketten werden zu einer Nivellierung und Vereinheitlichung führen.

Die Übertragungstechnik wird erstmal nicht DAB oder DAB+, die schlechte Qualität hemmt das Wachstum des digitalen Radios.

Internetradio ist extremer Vergrößerung noch nicht gewachsen, aber Peer-to-Multipeer und andere Übertragungsarten könnten das Problem in der Zukunft lösen.


Noch ruht sich Radio auf seinem Langzeiterfolg aus, aber um zukünftig zu bleiben, muss man sich ein paar (Glaubens-)Fragen stellen, auch wenn man sie vielleicht noch nicht beantworten kann.

Kommentar im TV

 Kommentare im Fernsehen sind oftmals Bestandteile der Nachrichten.

Daher möchte ich als Beispiel für ein Kommentar im Fernsehen auf den WDR Kommentar zum Ukraine Konflikt verweisen.

von Marcel Herbert

Kommentare in Printmedien und Online

Kein Kommentar  


von Johannes Rausch


Wer hierbei an die Kommentarfunktion von YouTube oder einem anderen Internetportal denkt liegt schonmal gar nicht so falsch, denn auch dort wird ordentlich Meinung geäußert.
Die eigene Meinung äußern und zwar möglichst so, dass das Publikum auch was davon hat. Das muss in einem guten Kommentar drin sein.
Autor: Johannes Rausch,
geb. 1988, Student
an der HTWK Leipzig

Print und Online gehen dabei ähnlich an die Sache heran und unterscheiden sich aufgrund dessen, dass beide Medien sehr textlastig sind kaum in ihrem Aufbau.
Das geht dann meist so, dass der Autor oder auch Kommentator genannt mit einer knackigen Einleitung auf das hinweist worüber er schreiben will und los gehts. Argumentieren und den eigenen Standpunkt möglichst faktisch untermauern. Da ist man immer auf der sicheren Seite. Am Ende nochmal zusammenfassen oder schlussfolgern, fertig ist der Allerwelts-Kommentar.

Was die Aufmachung angeht sind sich auf den ersten Blick Zeitung und Internetseite auch nicht so fremd. Bei beiden werden Fotos des Kommentators und ein markanter Schreibstil verwendet um einen persönlichen Bezug herzustellen. Andere Medien haben es da ungleich einfacher.
Unterschiede fallen einem aber schnell ins Auge wenn man sich einmal anschaut wie Zeitungen so aufgebaut sind. Dort werden Kommentare meist extra hervorgehoben und in 1 bis 2 Spalten an den Rand gedrängt.

Gute Beispiele folgen, wie dieser Betrag aus der LVZ oder der hier aus der Schaumberger Zeitung.

Die Leute von den Online-Redaktionen machen sich was die Gestaltung angeht da weniger Gedanken. Weil man auf einer Webseite praktisch endlos viel Platz hat bekommt hier der Kommentar einfach eine eigene Seite. Allerdings finde ich das, dass Ganze dadurch an Charakter verliert. Auch ist nicht immer ein Foto des Kommentators zu finden und der Stil wirkt optisch eher wie eine ganz gewöhnliche Nachrichtenmeldung.

Schade, aber zumindest gibt es Autoren die sich dann wenigstens von Stil her Mühe geben dem Kommentar gerecht zu werden. Wie zum Beispiel dieser muntere Herr hier.

So kann man nur hoffen, dass auch in Zukunft die Kommentatoren der schriftlichen Zunft mit ihrer blümigen Sprache unsere deutsche Meinungslandschaft zum Blühen bringen.

Der Radiokommentar: #JeSuisCharlie ...und dann?

 
Quelle: chip.de

Der 07. Januar 2015: Ein Datum, das viele so bald nicht mehr vergessen werden. Bei einem Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und der darauffolgenden Verfolgungsjagd kommen insgesamt 17 Menschen ums Leben.
Europa zeigt sich erschüttert, man fragt sich: „Wie konnte das passieren? Hätten wir diese Morde nicht verhindern können?“ Gleichzeitig wird der Ruf nach Veränderung laut. Man muss doch irgendwie, irgendwo, irgendetwas besser machen – am besten sofort.
Hunderttausende gingen kurz darauf in Paris für Meinungsfreiheit und gegen Terrorismus auf die Straßen. Der Slogan „Je suis Charlie“ ging um die Welt, teilweise wurde daraus sogar „Charlie Akbar“ (abgeleitet von arab. „Allahu Akbar“ – Allah ist groß).
Im Gegensatz dazu weiß hier wohl kaum jemand, was „Boko Haram“ bedeutet und welche erschreckenden Ausmaße das Vorgehen der gleichnamigen Terrorguppe hat. Der Grund dafür ist einfach: „Nigeria ist weit weg – vor allem in der westlichen Berichterstattung.“
Der Journalist André Bochow kommentiert das Gedenken und die Konsequenzen des 07.01.2015 sowie das eingeschränkte Sichtfeld der westlichen Medien in Sachen Terror. [Link zum Kommentar]

------
Für Interessierte: Weitere Beispiele aus dem Radio findet ihr auf der Seite des Deutschlandfunks, auf der die Kommentare der letzten sieben Tage in Audio- und Textform zur Verfügung stehen.

Heimatklänge in Volt und Watt


 


Getrieben von dem schlechten Gewissen einen Tag vor Heiligabend immer noch kein Geschenk für meine Schwester zu haben, trieb es mich nach langer Zeit mal wieder zum Musikfachgeschäft „Hot Rats“ in Magdeburg-Stadtfeld. Beim Durchstöbern der Plattenauslagen stieß ich dabei unverhofft auf „Ralf und Florian“ von Ralf Hütter und Florian Schneider- besser bekannt unter dem Namen Kraftwerk.

Es muss wohl das minimalistisch gehaltene Plattencover mit dem Schwarz-Weiß-Porträt der beiden jungen Männer auf ihrer 1973 erschienenen LP „Ralf und Florian“ gewesen sein, das meine Neugierde weckte. Diese unaufgeregten Blicke, die mit einer unbestimmten Zufriedenheit auf etwas in der Ferne schauen. Passend zu dem statisch wirkenden Foto stehen in Frakturschrift ihre Vornamen über der Aufnahme. Der Eindruck, es handele sich hier um das Jahrbuch eines Gymnasiums, verflüchtigt sich jedoch, sobald man das Cover wendet. Auf der Rückseite sieht man die beiden in ihrem derzeit neu benannten Klingklang-Studio. Ralf am Synthesizer und Florian an einem aus mehreren Teilen zusammengebastelten Drum-Kit. Ganz im Gegensatz zum Frontcover ist die Aufnahme in Farbe und die beiden sitzen zurückgelehnt vor ihren Instrumenten. Die vielen Kabel, sonderbar futuristisch aussehenden Geräte und nicht zuletzt die rote, grüne und weiße Ausleuchtung des Raumes lassen den aufmerksamen Betrachter darauf schließen, dass hier weniger Garagenmusiker als exzentrische Klangpioniere am Werk sind. Und tatsächlich bestätigt sich dieser Eindruck auch beim Hören ihres dritten Albums. Im Gegensatz zu den beiden noch sehr experimentellen Vorgängeralben, wird nun mit Synthesizern gearbeitet. Der Sound des Albums wird vornehmlich durch leise, melodiöse und gut konsumierbare Elektroklänge bestimmt, womit „Florian und Ralf“ laut Musikkritiker Philipp Schmidt „sowohl musikalisch als auch vom Konzept der Gruppe her […] an einem Wendepunkt angelangt waren“. Vor allem Lieder wie „Tongebirge“ oder „Heimatklänge“ ließen mich in ihrem virtuosen und harmonischen Zusammenspiel von Minimoog und Querflöte zu dem ein oder anderen sehnsüchtigen Seufzer hinreißen. Die ironische Kombination aus fröhlichen und sentimental-romantischen Melodien und deren digitale Umsetzung mit Synthesizern, Vocoder-Stimmen oder elektronischen Klavieren bestimmt ohne Frage das Konzept des Albums. Einer der großen Hits von „Florian und Ralf“ ist jedoch der Song „Elektrisches Roulette“, welcher viel mit einem modernen Electropopsong gemein hat.
Trotz seiner untypischen Songstrukturen, leichten Melodien und sauberen Klängen blieb „Ralf und Florian“ der große Erfolg stilbildendener Kraftwerk-Platten wie „Mensch-Maschine“ oder „Autobahn“ vorenthalten. Den Spaß am Hören dieses leicht zu übersehenen Elektro-Klangwerkes 
 schmälert dies aber nicht.




A-Seite

  1. Elektrisches Roulette 4:19
  2. Tongebirge 2:50
  3. Kristallo 6:18
  4. Heimatklänge 3:45

B-Seite

  1. Tanzmusik 6:34
  2. Ananas Symphonie 13:55

Rezension: Kollegah - King




"Doch wer sonst hat so nice Flows, Rhymes und klingt so fresh
Showtime Bitch, mach den Thron frei, der King ist back"  
so endet Alpha, der
Introsong zu Kollegah's 4. Studio Album KING. Keine blose Stichelei, sondern
eine Kampfansage an den amtierenden King of Rap Kool Savas. 20 Tracks, keine Skits und selbst
Intro und Outro sind vollwertige Lieder.
Wer auf Zuhältersound vom Boss hofft, wird leider enttäuscht. Auf KING zeigt
Felix Antoine Blume was er Reim-, Flow- und Punchlinetechnisch zu bieten hat.
Im Titel Track KING gipfelt der Thronergreifungsversuch. Technikversiert feuert der alleinige Weltmonarch Line über Line auf einem orchestralem Beat der seines gleichen sucht.

„Und jetzt sieh dir diese Poser an
Die früher Deutschrap regierten aber heute verlieren sowie Kobraschlangen
Denn jeder, der mich stoppen will
Kriecht nach dem Fight auf allen Vieren aus dem Ring
Wie das Mädchen in dem Horrorfilm
Ich bin die Zukunft, Mann
Und eröffne das Kreuzfeuer wie der Ku Klux Klan
Den ich bin King“


Die drei deep angehauchten Themensongs DU BIST BOSS, MORGENGRAUEN und REGEN bieten etwas Abwechslung. Kolle verzichtet leider bei der Beat Wahl nicht auf Genretypische
Piano Samples, bekommt es aber geschickt hin den melancholischen Klang mit
positiven Texten zu unterlege. DU BIST BOSS ist als Kampfhymne zu verstehen, denn "aus großem Bizeps, wächst große Verantwortung".

"Du bist Boss, wenn du Gefühle kontrollierst, deine Physis modellierst Dich weiterbildest um die Psyche zu trainieren"

In Punkto Gastbeiträge gibt es wenig Überraschungen. Neben EX-Label Kollegen Casper(KARATE)
mit solidem Flow und schwachem Text, einem überragender Favorite(SANDUHR)
und Genetikks Karuzo(ES IST RAP) auf dem vermeintlich besten Beat der Platte finden sich als Selfmade
fremde Interpreten noch obligatorisch Farid Bang (COHIBAS, BLAUER DUNST) und The
Game
(ROLEX DAYTONA). Wieso Kollegah versucht mit einem amerikanischen B-Klasse Rapper seinem Album einen internationalen Touch zu geben erschließt sich nicht ganz.
Games Mittelmäßiger Flow und einfacher Text geht neben Kollegah völlig unter.

Die beiden eindrucksvollsten Stücke sind KÖNIGSAURA und OMEGA (vermeintliches Outro).
KÖNIGSAURA stellt eine Fortsetzung der BOSSAURA (2011 Bossaura) dar.
Ein siebenminütiges Punchline Gewitter auf einem KD-Beatz Beat, mehr muss man dazu fast nicht sagen.
Technisch wohl eins der besten Rap Songs aller Zeiten. Der Flow ist super nur auf die Dauer etwas monoton.

,,Yo verneig dich vor dem Drogenboss
Sonst klatscht er dein' Schädel auf die Eckkommode wie Designer das Rhinozeros
Dein Girl ist fett, doch hat nichma dicke Titten
Ich würd die Ische nich ma ficken um dich damit zu dissen
Und du sagst, sie hätt' bloß schwere Knochen
Doch sie ist bei all deinen Perlen noch am Dünnsten.. wie'n Sternekoch´´

Am Ende zeigt Kollegah, dass er zumindest der König der Wie-Vergleiche ist. Noch einmal Sieben Minuten ohne Refrain. 

„Doch meine Yacht ist wie der Kopf eines Punkers:
Denn da siehst du den Iro stehn, neben al Pacino stehen
[…]
Drum hast du Porntapes massig da, aber dein Sexlife bleibt wohl imaginär
Wie dieses Land in Nord-West-Afrika (Ha)
[…]
Dein Alkivater schläft seinen Rausch aus, steht auf, kann sich kaum normal bewegen
Fängt zu saufen an um zehn und will erstmal ein Glas um die Uhrzeit exen, wie im Dinosauriermuseum
[…]
Ich bin King und wer seid ihr?
Der Boss ist wie Viagra, man kann denken was man will, doch das Ding ist erigiert“


Eine erfolgreiche Thronbesteigung würde ich KING nicht nennen, denn perfekte Technik macht einen Rapper nicht zum King of Rap, dennoch hat Kollegah mit KING eines der besten Alben 2014 veröffentlicht.






Veröffentlichung: 9. Mai 2014
Label: Selfmade Records
Format: CD, Schallplatte, Download
Genre: Hip-Hop
Anzahl der Titel: 20
Laufzeit: 74:33
Produktion: United Hustlers, KD Beatz, Hookbeats, Phil Fanatic, Sikk
Studio: Homeboy Studios






Von Marcel Brechlin


Literaturkritik: Scott Pilgrim's Precious Little Life




Scott Pilgrim is dating a High Schooler!” 


Die ersten Worte und das einfach gestaltete Cover verraten nicht, was für eine wunderbar verrückte Geschichte um Freundschaft, Liebe und Musik sich hinter dem Comic “Scott Pilgrim’s Precious Little Life“ von Bryan Lee O’Malley verbirgt.

Der 23-jährige Titelheld ist eigentlich alles andere als ein solcher. Das ausergewöhnlichste Ereignis seines Lebens ist die Tatsache, dass er eine Highschool-Schülerin datet. In seinen Träumen begegnet er der mysteriösen, berollschuhten Ramona Flowers, die durch eine alternative Dimension reist. Von da an verwandelt sich der Comic in eine bunte Hommage an Fantasie, Musik und Videospiele. Um Ramona zu erobern, muss Scott sich ihren sieben teuflischen Ex-Freunden stellen, die nicht nur über übernatürliche Kräfte verfügen, sondern sich nach ihrer Niederlage auch noch in einen Münzenregen à la Mario verwandeln.

Trotz des schwarz-weiß-Stils zieht der Comic den Leser nach kurzem in die kunterbunte Geschichte, in der alltägliche und weniger alltägliche Probleme mit fantastischen Mitteln gelöst werden. Die Pointen, versteckten Anspielungen und liebevollen Gags machen das Schmökern zu einem wahren Erlebnis, und verführen dazu, auch die anderen fünf Teile der Comicreihe zu verschlingen.  Durch die Verbindung von Abenteuer und Alltag ist der Comic ein wahrer Schatz für all jene, die ab und zu mit dem Kopf in den Wolken stecken oder in Videospielen ihre Abenteuer suchen.

Montag, 5. Januar 2015

Fernseh Feature –Report Mainz „Hass frei Haus“



Am 27.08.2007 wurde auf dem ZDF, in dem Fernsehmagazin Report Mainz, ein Feature mit dem Titel „Hass frei Haus“ im Fernsehen ausgestrahlt.
In dem Feature geht es um Massenpropaganda für Neonazis die Youtube als Medium für Volksverhetzung nutzen.




Hierbei wird Youtube kritisiert und unter die Lupe genommen. Da die Plattform Ihre eigenen Bestimmungen nicht einhält. Denn Volksverhetzung ist auf YT verboten.  Dennoch werden die Videos weiter online zur Verfügung gestellt.

„Report Mainz erhielt von Youtubemitarbeitern vielmehr die telefonische Auskunft , dass jeder User problematische Inhalte kennzeichnen (“flaggen”) könne, diese werden dann von Youtube Mitarbeitern nach eingehender Prüfung gelöscht.
Probe aufs Exempel: Redakteure melden volksverhetzende Videos direkt in dem Youtube Flag System.
Ohne Erfolg, auch Monate später nach der Anfrage der Redaktion sind die problematischen Filme alle noch zu finden.“
(Quelle: Medienkindheit.de)


von Anja Philippi 

Die Feature Reform im Netz

Im Internet geht alles. Jederzeit.


Nur nicht den Überblick verlieren!
Bildquelle: social-media-knigge.de


Die allgemeinen Vor- und Nachteile dieser schier unendlichen Möglichkeiten sind mittlerweile den meisten bekannt. In der Inhaltsaufbereitung fehlen oftmals Redaktionen oder Qualitätskontrollen, doch dafür sind die Grenzen der Formen nicht so eng gestrickt wie auf den "konservativen" Plattformen.





Wie zeigt sich das konkret für die Form des Features?
...und was ist ein Feature überhaupt?


http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/tipps-fuer-den-berufsalltag/onlinejournalismus-die-12-besten-multimediareportagen-2013.html
"Multimedial erzählte Onlinegeschichten"
Anstatt das Feature hier von anderen Formen strikt abzugrenzen, spreche ich lieber von einer Symbiose der einzelnen Inhaltsformen. Nach La Roche ist das Feature eine besonders umfassende Reportage, andere Stimmen bezeichnen es eher durch die Erklärung eines allgemeinen Themas anhand von Situationen einzelner Menschen. Sucht man nach Definitionen von Feature, wird man sicherlich genau so viele finden wie Definitionen des Wortes Medien - z.B. auch multimediales Feature genannt. Doch was die meisten gemeinsam haben ist die Synthese verschiedener Inhaltsformen. Ein Feature kann angefüttert werden mit Kommentaren, Interviews, graphischen Darstellungen, wechselnden Moderatoren, gar keine Moderatoren, und und und. Dabei ist die Strukturierung selten gleich. Als Aufhänger dient jede Form, ob Text, ob Video oder der Ausschnitt einer Rede. Dabei lässt sich ein Feature oftmals Zeit und versucht etwas darstellend zu erklären und nicht Fakt auf Fakt schnell die ganze Bandbreite der Komplexität eines Themas abzuarbeiten.



http://countrydogs.sfmoma.org/
Interaktives Feature des SFMOMA
Mit den heutigen Möglichkeiten zur Erstellung von Inhalten und der Veröffentlichung dieser, scheint das Feature abwechslungsreicher denn je. Online kann man jetzt nicht mehr nur mit Texten erklärend beschreiben, mit Videos zeigen und mit Sprachaufnahmen erweitern, sondern auch interaktiv arbeiten. Als Beispiel kann hier die Druckereibesichtigung der LVZ dienen. Würde man ein paar Sprecher einführen, kleine Videoausschnitte von Produktionsabläufen einfügen und dazu ein paar allgemeinere Informationen ergänzen, wäre dies sicherlich eine interessante Einführung zum Thema Drucktechnik, ohne sich vorab ermüdend belesen zu müssen. Das Bild rechts oben zeigt wie so etwas aussehen kann. Es ist eines der vielen interaktiven Online-Features  des San Francisco Museum of Modern Art bei denen man sogar spielend die Kunst des Themas begreifen kann.



Der echte Walter White

Was ist eigentlich kein Feature?  

 

Es wird immer wieder erwähnt, dass ein Feature keine Fiktion ist, sondern sich um Fakten dreht. Schwammig wird das ganze, wenn ein Feature eine ausgedachte Geschichte beschreibt und wahrhaftig darstellt. Links zu sehen: Walter White. Ein Meth-Koch aus Alabama! Ein Feature aus dem Videokanal des Vicemagazins.
Ob man die Geschichte glaubt oder nicht: die Art und Weise wie hier eine Fernsehsendung in Form des Features präsentiert wird, oder wie eine wahre Geschichte zu einer sehr einflussreichen Fernsehsendung geworden ist, zeigt die Verzahnung der realen Welt mit den Inhalten der medialen Wirklichkeit.



Der Grenzfall


http://www.zdf.de/wild-germany/wild-germany-5991434.html
Wild Germany, Bildquelle: sueddeutsche.de

Anhand eines letzten Beispieles möchte ich noch die Ungenauigkeit des Feature-Begriffs illustrieren. Wild Germany ist eine Mischform. Ein Mensch (Manuel Möglich) ist gleichzeitig investigativer Journalist, Versuchsobjekt und Moderator dieser Sendungsreihe. Verschiedenste Themen rund um den Kern besondere/alternative Lebensführung in Deutschland werden behandelt. Die Sendung arbeitet mit Einspielern, veranschaulicht allgemeine Situationen anhand individueller Lebensereignisse und lässt den Moderator für uns Zuschauer testen inwiefern es sich hier um reale Probleme handelt. Es werden also nicht nur Menschen zu ihrer Meinung und ihrer Perspektive bestimmter Verhältnisse befragt, sondern diese gleich explizit dargestellt.

Feature? Reportage? Dokumentation? Letztendlich ist nur wichtig, wie konkret etwas kreiert ist und nicht welche Kategorie sich am besten zur Darstellung eignet. Es gibt sicherlich viele Bereiche in denen diese Einteilung sinnvoll ist, doch sollten sich die Medienersteller nicht dadurch einschränken lassen.


Autor: Christian Burkhardt -----------

Quellen: 
La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus, Wiesbaden 2013. Josef Ohler / Dietz Schwiesau: Die Nachricht, München 2003. 
- Rogers, Tony: What are Feauture Stories?: http://journalism.about.com/od/writing/a/whatarefeatures.htm,
zuletzt aufgerufen Januar 2015. 



Flohmarktgeschäfte - Überleben mit altem Gerümpel


"...Ich ruf jetzt die Bullen, Schnauze voll..." platzt es entnervt aus Tommy raus wenn sich mal wieder ein Händler nicht an die Regeln hält. Im Auftrag des Veranstalters sorgt Tommy für Ordnung im Flohmarkt-Chaos, weist die Händler ein, die mit ihren Transporter die ganze Nacht über auf das Gelände rollen. Viele von ihnen kennt er seit Jahren. Mohamed zum Beispiel. Er ist Roma und kommt jeden Samstag aus Rendsburg nach Hamburg. Mohamed hat sechs Kinder und hält seine Familie mit dem Sammeln von Sperrmüll über Wasser. Was er in der Woche ergattern kann, bietet er auf dem Flohmarkt an.

Bereits kurz nach Mitternacht beginnt das Feilchen auf dem „Basar der Nationen“,einem der größten Flohmärkte Norddeutschlands. Mit Taschenlampen bewaffnet ziehen die Schnäppchenjäger über den Platz und suchen in Bergen von Gerümpel nach. Verwertbarem.
>> zur Reportage

Radio-Feature: Das Lautsprecherwunder von Geithain


                                                  Firmengründer Joachim Kiesler im hauseigenem schallarmen Raum

Man mag es kaum glauben aber eine winzig kleine Lautsprechermanufaktur aus Geithain, unweit von Leipzig, hat es in Zeiten von Planwirtschaft und Materialmangel geschafft sich auch außerhalb der DDR einen Namen zu machen. Ohne den unglaublichen Erfindungsreichtum des Firmengründers, immer an den Grenzen der Physik, hätte dies wohl auch nicht geklappt. Jedenfalls ist es Joachim Kiesler mit seiner Firma Musicelectronic Geithain (erst PGH, dann VEB und schließlich GmbH) gelungen legendäre Regiemonitore und Lautsprecher für Musik- Enthusiasten herzustellen. Heute zählt die Manufaktur zu den besten der Welt. Einsatzgebiete waren und sind vor allem Rundfunk- und Fernsehanstalten- erst in der DDR, sofort nach dem Fall der Mauer auch in der Bundesrepublik. Auch Kultureinrichtungen wie die Semperoper, das Gewandhaus in Leipzig und das Schauspielhaus in Berlin waren mit Lautprechern aus Geithain ausgestattet. Selbst die HTWK besitzt Studiomonitore aus Sachsen und auch die Beschallungsanlage im Bundestag wurde von Herrn Kiesler konzipiert- „mit einer Garantie, dass der Inhalt der Reden nicht verändert wird“.

Das Feature über die Boxenbauer aus Sachsen ist nicht nur interessant. Es lässt sich auch gut nachvollziehen wie ein klassisches Radio-Feature aufgebaut ist. Der Einstieg erfolgt mit Hilfe einer Anekdote, die zwischen wechselnden Autorentexten und Redebeiträgen von Herrn Kiesler und seinen Mitarbeitern am Ende des Features erneut aufgegriffen wird. Aufgelockert und veranschaulicht wird mit Tonbeispielen von Konzerten, Sängern und Sprechern, deren Stimmen und Werke bereits durch Lautsprecher aus Geithain nahezu orginalgetreu wiedergegeben wurden.

                                                                                  Tonstudio mit Regiemonitor RL 900

Die große Flucht aus Syrien


Dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt, ist hinreichend bekannt. Und jeden Tag sehen wir neue vom Krieg in Syrien. Im Schnitt haben seit Kriegsbeginn jeden Tag rund 5000 Syrer Ihr Land verlassen. Diese Multimedia-Reportage gibt Eindruck auf die aktuellen Lebenssituationen einiger Flüchtlinge.

Die eindrucksvollen Bilder findet ihr hier.

Sonntag, 4. Januar 2015

Die verlorene Saat

Es ist heiß, aber nicht zu feucht. Wir haben ein bisschen Jetlag. Es ist 11:00 Uhr Ortszeit, also entscheiden wir etwas essen zu gehen. In Port Royal.

Sie, Franco Casalone und Arjan Roskam sind die Strain Hunters und gehen der Frage auf den Grund: Wie kann man die Cannabis-Pflanze, speziell die gefährdeten Landrassen, die in den ärmsten Regionen der Erde ihren Ursprung haben, erhalten?
Sie versuchen dabei herauszufinden, wie unbekannte Cannabinoid-Profile bei der Entwicklung besserer Medikamente hilfreich sein können.
Strain Hunters ist eine Serie von Reportagen, bei der die Reporter dem besten Marihuana nachjagen und dabei viel über die Randkulturen verraten, bei denen sie zu Gast sind.

In dieser Ausgabe reisen die Protagonisten nach Jamaika, ins Land der vielfältigen Kulturen um sich einen ganz eigene Perspektive der Insel zu machen.

Wenn ihr alle Reportagen sehen wollt, so findet ihr sie hier.
Viel Spaß

Von Elias Grösel



Sag es auf Sächsisch!

Das Sächsische ähnelt in seiner Grammatik stark dem Hochdeutschen. Aber warum ist dieser Dialekt dann für viele so unbeliebt und so schlecht zu verstehen? Die Audioreportage zum Thema "sächsischer Dialekt" bietet passende Antworten, sowie die Herkunft des Dialektes, Meinungen und sogar ganz passende Beispiele aus dem Osten Deutschlands.

Hört einfach mal selbst rein!

Weitere Dialekte findet ihr hier.






Lena Arnold

ARD-Radio-Feature

Das ARD-Radio-Feature ist ein knapp einstündiges Feature in dem das Ergebnis einer investigativen Recherche über das jeweilige Thema aufbereitet wird. Motto der Reihe lautet „..hören, was dahinter steckt“.

Jedes Jahr werden 9 Features veröffentlicht, welche vom WDR verfasst werden. Der Hörfunkdirektor des Senders sagt, dass Feature sei „ein Solitär des öffentlich-rechtlichen Radios. Es steht für Qualität, eine große Tradition und den zeitgemäßen Umgang mit Themen“. Die ARD hatte beim Radio-Tatort festgestellt, „dass solch eine Marke in der Lage ist, Menschen neu für das Radio zu begeistern.“
Nach der Erstausstrahlung stehen die Features ein Jahr lang als Download zur Verfügung und können als Podcast abonniert werden. Bislang wurden 45 Features veröffentlicht.

Besonderheiten:
Das Feature Rechter Terror: tödlich unterschätzt, welches sich mit der neueren Entwicklung der NSU beschäftigt, wurde von insgesamt vier Redakteuren des BR, MDR und SWR recherchiert und kurzfristig zwischengeschoben. Diese vorgehensweise ist eher unüblich, da normalerweise nur ein bis zwei Autoren an einem Feature beteiligt sind und die Ausstrahlung vorher angekündigt wird . Aufgrund des Themas NSU entschlossen sich auch MDR und RBB das Feature zu senden, obwohl beide Anstalten eigentlich nicht an der Reihe teilgenommen haben.

Beispiel:

Nazi-Netzwerk NSU

Das Feature in der Presse

Das Feature ist eine Form des Berichts mit analysierenden Wertungen (oft auch Hintergrundbericht genannt). Ziel ist, den Leser umfassend zu informieren, wobei der Einstieg meist an die Erzählung einer Geschichte erinnert. 
In vielen Features vergrößert sich der Blickwinkel vom Besonderen zum Allgemeinen. Der Verfasser muss deshalb gut informiert und urteilsfähig sein.
In der Presse findet man Features häufig in den Ressorts Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.
Das Feature zeichnet sich durch Folgendes aus:
  • Nicht nur brandaktuelle Neuigkeiten stehen im Vordergrund
  • Faktenwissen, Hintergründe und Zusammenhänge
  • Wertungen und Analysen
  • anschauliche Darstellungen
  • viele Zitate
  • vorsichtige Schlussfolgerungen
Ein Beispiel für einen klassischen Aufbau eines Features findet ihr im Magazin "Fachjournalist", einer Publikation des Deutschen Fachjournalisten-Verbands.


Beispiel: Gutes Blut, böses Blut


Die Ärztin schüttelt seufzend ihre Locken. „Solche Leute wie Sie möchte man einfach nicht haben“, sagt sie. [...]
Auf dem Fragebogen der Blutspendefirma Haema in Potsdam hatte ich zuvor angekreuzt, schwul zu sein. Dass es die einzige falsche Antwort war, kann die Ärztin nicht wissen – wie alle homosexuellen Männer darf ich kein Blut spenden. [...]
„Ich habe zwei Jahre lang beim Spenden verschwiegen, dass ich schwul bin“, sagt Martin Schilde. Seine Blutgruppe, 0 negativ, ist selten und sehr gefragt. [...]
Schildes Blut mag begehrt sein, doch spenden darf er nicht mehr. Viele Schwule handeln wie der 35-Jährige. Eine Umfrage von Schwules Blut unter mehr als 1200 Homosexuellen hat ergeben, dass 53 Prozent von ihnen regelmäßig spenden. [...]
Doch ich komme nicht mal zu einer Ärztin. „Warum haben Sie hier ein Kreuz gemacht?“, fragt mich die Helferin mit dem strengen grauen Zopf und zeigt auf Frage 31. [...]
„Es mag sein, dass die Regel antiquiert ist und Heterosexuelle auch Risiken eingehen, aber ich muss sie sperren“, flüstert sie, weil der Bauer am Nebentisch, die Gummistiefel voller Mist, bereits lauscht. [...]
 
 
Ein Artikel von Sebastian Scholze, Gewinner des Featurepreises 2013
 (den vollständigen Artikel könnt ihr durch Anklicken der Überschrift erreichen)